Im Arbeitseinsatz für die Natur

Vor mehr als 20 Jahren startete das Projekt «Renaturierung» im Kieswerk Edlibach im Kanton Zug. Wo bis in die 80er-Jahre Kies abgebaut wurde, blieb ein sogenannter Ruderal-Lebensraum, eine Gegend mit steinigem Boden, karger Vegetation und kleinen Teichen. Ruderalflächen sind ideale Lebensräume für Amphibien, mitunter auch für seltene Arten. Im Zuge der Renaturierung des Areals um den ehemaligen Schlammweiher wurde eine Tümpellandschaft kreiert und eine Blumenwiese angesät.

Seit 2017 ist der Schlammweiher in der ehemaligen Kiesgrube ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die ökologische Ausgleichsfläche bietet einen geschützten Lebensraum für verschiedene Pionierpflanzen und bedrohte Tierarten wie die Gelbbauchunke, die Kreuzkröte oder den Flussregenpfeifer. Da es heute fast keine natürlichen Auenlandschaften mehr gibt, sind solche Ersatzlandschaften besonders wichtig. Auch Falken, Frösche, Mäusebussarde und Uferschwalben sind hier in den natürlichen Lebensraum eingebettet.

Pilotprojekt gegen die Verlandung

Seit Juni wird hier zusammen mit dem Amt für Raum und Verkehr des Kantons Zug ein Pilotversuch mit drei Turopolje-Schweinen (Wollschweine) durchgeführt. Es ist dies eine seltene, vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse, die aus den Save-Auen Kroatiens stammt. Mit diesen robusten Tieren, die keinen Respekt vor dem Wasser kennen, die gerne schwimmen und auch unter Wasser im Boden herumwühlen, soll auf natürliche Weise verhindert werden, dass die Ruderalflächen und die Weiherlandschaft mit Schilf und Rohrkolben überwuchert. Denn Amphibien benötigen Licht und Wärme. Wenn überall Schilf wächst, verhindert dies die Ansiedelung der Tiere. Turopolje-Schweine sind ideal für diesen Job, denn sie begnügen sich mit dem Futter, dass sie selbst finden und sind nicht auf Kraftfutter angewiesen.

Vom Kiesabbau zur ökologischen Ausgleichsfläche

In diesem Teil der Kiesgrube Edlibach wurde bis in die 80er-Jahre Kies abgebaut. Die entstandene Grube diente danach bis 2011 als Schlammweiher. Dann wurde eine Kammerfilterpresse (Schlammpresse) gebaut, so dass der Schlammweiher nicht mehr benötigt wurde. Im Zuge des Bewilligungsverfahrens der aktuellen gültigen Abbaubewilligung wurde beim ehemaligen Schlammweiher eine Fläche von ca. zwei Hektaren als ökologische Ausgleichsfläche ausgeschieden. Die restlichen Flächen der Kiesgrube werden nach der Auffüllung mit sauberem Aushubmaterial rekultiviert und wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt.

Die Ausgestaltung der ökologischen Ausgleichsfläche wurde unter der Führung des Amtes für Raum und Verkehr des Kantons Zug zusammen mit der ökologischen Fachgruppe festgelegt. Diese besteht aus den benachbarten Landwirten, Behördenvertretern, Pro Natura und der KIBAG. Das Ziel der KIBAG ist es, diese Fläche dem Kanton Zug als Naturschutzgebiet zu überlassen.

Weitere Informationen:

KIBAG Kies Edlibach AG
Patrick Gasser
Edlibach
6313 Menzingen
Telefon +41 58 387 14 25

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